Thursday, March 29, 2007

Unterwegs mit Intrepid



Wie schon mehrmals erwaehnt, kann ich Intrepid Travel (ein australischer Reiseveranstalter) nur waermstens empfehlen. Hier noch die Route unserer letzten Reise "Classic Rajasthan": http://www.intrepidtravel.com/trips/hsc

Morgen beginnt die naechste 15-taegige Reise "Delhi to Kathmandu" overland" (http://www.intrepidtravel.com/trips/hsk) - wird wohl schwierig, die vorherige Reise, die bis auf die gesundheitlichen Probleme einfach perfekt war, zu toppen...

Tagebuch

Momentan gibt es nichts Grossartiges zu berichten, aber schon die kleinen alltaeglichen Dinge sind spannend fuer mich, hier mein Tagesablauf von heute:
Bin gegen 9h30 aufgewacht, habe geduscht (guter Wasserdruck und eine warme Dusche - habe das zu schaetzen gelernt) und bin in meine Kleider gehuepft. Die Hosen sitzen inzwischen recht locker, schaetze, dass ich mit dem leichten Durchfall, den ich seit zwei Wochen habe, 3-5 Kilo abgenommen habe. Da unsere ganze Gruppe davon befallen war und Victoria lakonisch gemeint hat, das waere wohl ein "Bug" und man muesse warten, bis der wieder draussen waere, nehme ich die Sache nicht so ernst, solange es nicht schlimmer wird (Magendarmprobleme waren DAS Tagesgespraech unserer Gruppe). Zum Arzt gehe ich hier nur, wenn es unbedingt notwendig ist, habe schlechte Sachen gehoert. Muesste allenfalls also erst die Schweizer Botschaft anrufen, damit diese mir einen vertrauenswuerdigen Arzt nennen und schauen, dass mich jemand dorthin begleitet. Viiiiel zu kompliziert!
Beim "continental breakfast" im Hotel mit ausserordentlich netter Bedienung (habe das auch schaetzen gelernt) habe ich eine Schabe auf dem Boden auf Nahrungssuche beobachtet und die Hindustan Times gelesen. Die indischen Medien (in englisch) sind sehr gut und informativ, sie berichten ueber internationale und nationale Themen, Promiklatsch und die Heiratsannoncen sind immer besonders lustig zu lesen.

Anschliessend bin ich raus aus dem Hotel, um ins Nationalmuseum zu fahren. Gestern hat mich ein Tuktukfahrer gratis zum Internetcafe um die Ecke gebracht. Verstaendlicherweise nur deshalb, weil er ein groesseres Geschaeft gewittert hat. So hat er heute morgen eine Stunde vor dem Hotel auf mich gewartet und dann den Portier instruiert, ihn bei meinem Erscheinen zu informieren. Als ich aus dem Hotel gekommen bin, haben sich verschiedene Tuktukfahrer auf mich gestuerzt. Der Portier hat diese abgewimmelt, mich in die Hotellobby zurueckkomplimentiert und 'meinen' Tuktukfahrer angerufen. Dieser hat mich zunaechst zu einem Kaufhaus gefahren. Weil ich ein bisschen Mitleid mit ihm hatte, bin ich ihm zuliebe durch das Kaufhaus geschlendert und habe mir von einer Verkaeuferin eine Tunika aufschwatzen lassen. Im Lonely Planet hatte ich gelesen, dass vieles einfacher ist, wenn man lokale Kleidung traegt (vor drei Wochen habe ich mir ernsthaft ueberlegt, eine Burka zu kaufen und mich voll zu verschleiern...). Immerhin konnte ich die Tunika um den halben Preis runterhandeln. Nach energischen Protesten gegen weitere Kaufhaeuser hat mich der Tuktukfahrer dann direkt zum Museum gebracht. Unterwegs wurde ich wie ueblich an den Ampeln von Bettlern (meistens Mutter mit Kind, die Hum-hum murmeln, am T-Shirt zupfen und eine Essensbewegung machen) belagert. Raj, unser Guide, hatte uns erklaert, dass es organisierte Bettlerbanden in Delhi gibt, und man besser Entwicklungsprojekte anstelle Einzelpersonen unterstuetzen solle.

Die Preise im Nationalmuseum variieren von 1 Rupie (indische Studenten) ueber 10 Rupies (Einheimische) bis hin zu 300 Rupies (Auslaender). Dafuer bekommt man einen Audioguide (sogar in Deutsch!), welcher durch das riesige Museum fuehrt. Das Nationalmuseum ist wirklich interessant, man lernt viel ueber die Geschichte Indiens. Neben Skulpturen gibt es Teppiche, Muenzen, Miniaturmalereien, Skulpturen und und und zu bewundern. Seit 1000enden von Jahren hatte Indien Handelsbeziehungen zu Europa und Mesopotamien und so findet man auch europaeische Einfluesse in der indieschen Kunst. Im Taj Mahal gibt es eine Abbildung von Orpheus, in einigen Miniaturzeichnungen aus dem 14 Jh. war Jesu Geburt und die Geschichte von Yusuf (=Joseph, den seine Brueder in den Brunnen warfen und in den sich die Prinzessin Zuleika verliebte) abgebildet. Beeindruckend war auch das Reiseequipment eines Maharajas, der Brokatteppiche, Baldachine, Kissen, Wandteppiche und diverse Vasen, Wasserpfeifen, Instrumente usw. mitnahm, um es auf Reisen bequem zu haben - ein wandelnder Palast.
Eigentlich wollte ich im Museumscafe mittagesssen, das Buffet sah aber etwas unappetitlich aus und die Kellner waren aufdringlich, so habe ich das Restaurant fluchtartig verlassen und mich auf den Weg zu einem Yogazentrum gemacht. Den Tuktukfahrer konnte ich erfolgreich runterhandeln (langsam macht das Handeln Spass). Das Yogazentrum ist riesig, ich bin eine halbe Stunde von einem Buero zum naechsten geirrt, habe erfahren, dass die Registration sehr kompliziert ist und die Anfaengerkurse morgens von 7-9 sind... viel zu frueh fuer mich. Vorher bin ich in der Marktstrasse in der Naehe unseres Hotels herumgeschlendert und habe versucht, einen Schal fuer meine Tunika zu finden. Bin mit meiner Wahl im Nachhinein nicht sehr zufrieden, janu... (wenn jemand ein golddurchwirktes, tuerkisen Halstuch sucht, bitte melden...) War auf jeden Fall ein interessantes Erlebnis.
Jetzt bin ich wieder im Internetcafe bei den Sikhs, die sehr nett sind, solange sie nicht herumschreien und streiten. Gestern musste ich mich in ein Buch einschreiben und meinen Pass kopieren lassen - ist wohl ein staatliches Internetcafe.
Soweit also mein heutiger Tag.

Gehe nachher ins Hotel essen und mein Buch weiterlesen. "May you be the mother of a hundred sons" von Elizabeth Bumiller. Diese war eine Journalistin fuer die New York Times und Ende der 80er Jahre 3 Jahre lang in Indien. Das erste Kapitel ging ueber arrangierte Ehen, die mal gluecklicher und mal weniger gluecklich sind. Ca 80% der Ehen werden immer noch von den Eltern arrangiert, nur wenige sind "Love Marriages". Scheidungen sind unueblich und Witwen duerfen normalerweise nicht mehr heiraten. Die Braut zieht in den Haushalt/Familie des Mannes. Frueher zahlte die Familie als Gegenleistung fuer die Arbeitskraft einen Betrag an die Familie der Braut. In der Mittel- und Oberschicht wurde es dann modern, dass die Hausfrau daheim bleibt (nicht mehr auf dem Feld arbeitet), und als Gegenleistung fuer ihren "Unterhalt" muss die Familie der Braut dem Braeutigam Mitgift zahlen. Ist die Mitgift zuwenig, wird die Braut manchmal kurzerhand mit Petroleum uebergossen und lebendig verbrannt. Anschliessend kann man dann eine neue Braut mit mehr Mitgift suchen. Ist die Braut in der Ehe sehr ungluecklich, verbrennt sie sich manchmal selber oder begeht andersweise Selbstmord (gestern habe ich in der Zeitung von einer Frau gelesen, die sich erhaengt hat, weil die Familie sie wegen zuwenig Mitgift schikaniert hat).
Feuer ist in der indischen Gesellschaft allgegenwaertig. Die Leichen werden verbrannt und es kommt immernoch (selten) vor, dass eine Frau "sita" begeht, d.h. sich mit ihrem toten Mann auf den Scheiterhaufen setzt und sich lebendig verbrennen laesst. Die Frau wird dann als Heldin verehrt und ihre Nachfahren kommen bis in die 9. Generation direkt ins Nirwana (d.h. koennen aus dem Zirkel der Reinkarnation ausbrechen). Diese Tradition gibt es schon seit Jahrtausenden, sie fuehrt auf die Goettin "Sita" zurueck, die fuer ihren Mann in eine Feuerprobe ging. War die Lage auf einer belagerten Festung fuer die Rajputen aussichtslos, zogen sie safrangelbe Gewaender an, stuerzten aus der Stadtfestung und kaempften bis zum letzten Mann. Die Frauen und Kinder bestiegen in der Festung riesige Scheiterhaufen und verbrannten sich, um nicht in die Haende der Feinde zu fallen. Dies wird in vielen Heldengeschichten in ganz Rajasthan besungen.
Es ist aber nicht immer ganz klar, ob die Frauen freiwillig oder gezwungenermassen Sita begehen. Oft ist in der Famile/Dorfgesellschaft kein Platz fuer Witwen, sie werden fuer den Tod ihres Mannes verantwortlich gemacht, ausgestossen und duerfen nicht wieder heiraten.

Tuesday, March 27, 2007

Back in Delhi


Mit dem Overnight Train sind wir gestern wieder in Delhi angekommen. Gestern war ich noch mit den Maedels shoppen, im Mahatma Gandhi Museum und abends fein essen. Heute morgen sind die anderen abgeflogen und ich fuehle mich nun ein bisschen einsam. Der naechste Trip startet erst am Samstag und ich weiss nicht genau, was ich bis dahin anstellen soll. Es ist sehr nervig, als Frau alleine unterwegs zu sein. 80% der indischen Maenner sind einfach nur aetzend, Chauvis und Muttersoehnchen. Frauen sind hier nichts wert und alleinreisende Touristinnen sowieso das Letzte. Wir werden ignoriert, verachtet, dumm angemacht oder alles zusammen. Streite mich den ganzen Tag mit irgendwelchen Tuktuk- und Rishka-Fahrern, Hotel- und Restaurantangestellten, Verkaeufern und Bettlern herum.
Die Receptionisten im Swati-Hotel sind solche typischen Ekel-Machos, mit ihnen hatte ich schon Krach, als ich vor drei Wochen hier angekommen bin. Gestern ging das im gleichen Stil weiter - naja, ich bin auch nicht grad heilig und tue absichtlich so kompliziert und nervig, wie ich nur kann. Komme wohl als absolute Oberzicke wieder zurueck in die Schweiz...
Heute wechsle ich das Hotel, die Leute dort scheinen netter zu sein und sie haben ein Maedel an der Reception. Am Samstag beginnt dann von diesem Hotel Good Times die Reise nach Kathmandu.

Sunday, March 25, 2007

Pushkar


Hihi, der Ort ist wirklich ziemlich speziell. Es gibt hier viele internationale Restaurants und Bars mit Essen aus aller Welt. Unsere drei Londoner Jungs flippen fast aus und schwaermen von ihrem "spirituellen Erfahrungen". Fakt ist, dass sie sich in ein paar Stunden in Hippies verwandelt haben und dass es wohl sehr einfach und billig ist, an Marihuana zu kommen. So laufen sie mit einem breiten Grinsen und leerem Blick in der Gegend umher, genauso wie die anderen Touris hier. Soviel also zu spirituellen Erfahrungen...
Ich finde es einfach nur lustig, das Treiben hier zu beobachten - und fuer Shoppen ist der Ort genial. Gestern nachmittag waren wir 3 Stunden Kamelreiten, wir sind in die Wueste geritten, haben dort Chai getrunken und den Sonnenuntergang genossen. Heute abend geht es dann mit dem Nachtzug zurueck nach Delhi.



Saturday, March 24, 2007

Pushkar


Hmmm, nur noch 2 Tage, dann ist die Rajasthan-Tour schon vorbei. Die letzten Tage waren der Wahnsinn: wir haben in einem Luxuscamp uebernachtet. 2-er Zelte mit Privatbad, an einem kleinen See, Lagerfeuer und Abendessen unter den Strenen. So schoen!!!! Gestern waren wir wieder in einem Palast, im Castle Bijaipur. Top renoviert, mit Swimmingpool usw. Die Jungs waren nachmittags reiten oder mit dem Bike unterwegs, wir Maedels haben uns Wellness gegoennt. Eine 60min Ayurveda Ganzkoerpermassage fuer CHF 15, da kann man wirklich nichts sagen. Im Angebot waren auch noch Body Scrub (mit Bananencreme), facial treatment, Manikuere, Pedikuere und Henna Painting.
Der Familie vom Hotelbesitzer gehoerten frueher 99 Doerfer, jetzt immer noch jede Menge Land. So bekamen wir eine Fuehrung durch ein kleines Dorf, das war superinteressant. Die Leute dort leben hauptsaechlich von Landwirtschaft, so gibt es z.B. ein paar Opiumfelder. Diese muessen staatlich genehmigt sein und die Leute muessen dem Staat pro Hektar mindestens 55 kg Opium (fuer medizinischen Gebrauch) liefern. Diese Mindestmenge soll garantieren, dass kein Opium an Drogenhaendler geht. Vom Staat bekommen die Farmer ca. 200 CHF pro Kilo, auf dem Schwarzmarkt waere es das Vierfache. Ausser Opium werden noch Knoblauch, Senfkoerner, Chili, eine Art Curry und andere Sachen angebaut. Die Dorfkinder haben uns auch noch ihre Schule gezeigt. Dort gibt es keine Stuehle und Baenke und erst ab dem 6. Schuljahr Kugelschreiber.
Heute sind wir nach Pushkar gefahren. Hier steht der weltweit einzige Brahma Tempel und der Ort ist einer der sieben heiligen Orte in Indien. Entsprechend viel Touristen und Wallfahrer sind hier und und unglaublich viele Hippies aus aller Welt...

Tuesday, March 20, 2007

Jeeps und so...


Wir fanden die Fahrweise in Suedamerika teilweise recht krass - aber im Vergleich zu Indien war das noch heilig... Als ich in Delhi mit dem Tuktuk unterwegs war, war eine Strasse gesperrt. Der Fahrer nahm kurzerhand eine dreispurige Einbahnstrasse (auf der 5 Autos/Rischkas/Fahrraeder nebeneinander fuhren) in die Gegenrichtung - ich war ziemlich entsetzt, als ich eine Wand von Autos auf mich zukommen sah.
Hier gilt: Hupe= Achtung, ich komme und weiche nicht, egal was passiert. Aehnlich wie Autoscooter oder so. Auf der Jeepfahrt hierher haben wir ein paarmal den Atem angehalten, aber irgendwie schaffen es die Fahrzeuge immer wieder, einander auszuweichen...
Am Nachmittag stand eine dreistuendige Bussafari in den Tiger Park Ranthambore auf dem Programm. Hier gibt es noch 26 freilebende Tiger. Tiger haben wir leider keine gesehen, dafuer 100erte Rehe (aus naechster Naehe), viele Pfaue, Voegel, Affen und 3 Krokodile. Die Landschaft ist traumhaft schoen, so stelle ich mir die Savannen in Afrika vor. Nach der 5 stuendigen Jeepfahrt war die rumpelige Busfahrt durch den Park etwas anstrengend, und so freuen wir uns alle auf ein bequemes Hotelbett.

Monday, March 19, 2007

Jaipur


Wie es scheint, geht in unserer Gruppe ein Magen-Darm-Virus um, einer nach dem anderen liegt flach... Gestern hat es mich auch ein bisschen erwischt, zum Glueck nicht so schlimm. Hoffe, es geht mir morgen wieder gut, denn 4 Stunden Jeep und Camping ist wohl nicht so toll, wenn man sich nicht gut fuehlt...Heute vormittag war ich mit dem Tuktuk in Jaipur unterwegs, habe den City Palast, den Palast der Winde und das Observatorium besucht. Man sollte Maharadja sein... all der Luxus... Die Zeichnungen, Schriften, Bilder und Stoffe aus dem 17. Jh. sind einfach traumhaft, und in Jaipur steht auch ein riesiges Astronomie-Observatorium, das die Sterne genauestens untersucht. Nachher gehen wir mit der Gruppe in einen Bollywood-Film, yippieeeee!!!!

Jaipur


So, hier also endlich die News. Habe einen guten Internetspot gefunden und auch ausreichend Zeit vor der Yoga Stunde. Wo soll ich anfangen??? Unsere Gruppe ist supernett, seit gestern denke ich allerdings in Englisch und habe so etwas Muehe, in Deutsch zu schreiben. Nicht dass mein Englisch besser waere, aber mir fallen die Saetze nun erst in Englisch ein und ich uebersetze sie dann in Deutsch. Die australischen Girls haben mich unter ihre Fittiche genommen und schleppen mich ueberall mit hin. Wirklich liebe Maedels. Ein Tag ist schoener als der vorherige. Im Programm stand, dass die Hotels "real basic" sein wuerden - sie sind aber bis jetzt wunderschoen. Der absolute Hit war das Hotel gestern: wenn jemand eine Honeymoon-Unterkunft sucht, empfehle ich das Fort Madhogarh, Zimmer 105. Das Hotel ist in einem alten "Fort", eine Mischung aus Palast und Burg, die auf einem Felsen thront. In den Zimmern finden sich zum Teil noch Wandgemaelde, die mindestens 300 Jahre alt sein muessen. Mittags und abends haben wir im Innenhof gegessen, gefruehstueckt auf dem Turm. Und in unserer Pause haben wir uns in einem Erker geflaezt, gelesen und die Aussicht bewundert. Der absolute Hit war der Abend: Die Hotelbesitzerin hat uns Saris und den Jungs Turbane ausgeliehen, so fuehlten wir und bei indischer Musik und Essen wirklich koeniglich.Der Dreck, Geruch und die Armut stoert mich weniger als erwartet, vielleicht bin ich von Suedamerika oder anderen Laendern schon einiges gewohnt. Von den anderen (vor allem Maedels) kommt ziemlich oft ein "baeh" oder "igitt" bei Sachen, die mir gar nicht auffallen. Es stimmt schon, draussen ist alles sehr staubig und dreckig, die Erde ist mit Abfall gemischt, ueberall laufen Tiere (Kuehe, Affen, Esel, Schweine, Hunde) verwildert herum und die aermeren Kinder sind voellig verlaust. Die Busse sind dreckig und vor allem die Maenner spucken ueberall hin. Aber ich freue mich ueber die Kinder, die hellohello rufen, uns nachrennen, winken und das englische Alphabet herunterleiern. Mich stoert es nicht, wenn sie sich an mich klammern oder meine Hand nehmen, egal was sie vorher in der Hand hatten...sondern ich freue mich ueber ihre Begeisterung.Die ganzen Eindruecke sind einfach ueberwaeltigend, die Dromedare auf der Strasse, das Gewimmel der Maerkte, die bunt angemalten Trucks.Hier gibt es so gut wie keine Maschinen, wahrscheinlich weil die Arbeitskraefte so billig sind. Und diese arbeiten mit Webstuehlen und Naehmaschinen aus dem 18. Jahrhundert.Das Programm ist superorganisiert und zusammengestellt, ich kann Intrepidtravel waermstens empfehlen und wuerde jederzeit wieder einen Trip ueber sie buchen.

Internet...

Leider ist es komplizierter als ich dachte, ins Internet zu gehen... Bis jetzt ist alles perfekt - die Reise ist super organisiert, die australischen Girls schleppen mich ueberall mit und wir haben wunderschoene Hotels. Gestern waren wir im Taj Majal, das schoenste Denkmal, das ich je gesehen habe... Bilder und weitere Infos folgen, sobald ich ein gutes Internet Cafe finde - und wenn ich bis dahin noch Deutsch kann...Greets...

Old Delhi


Heute hatten wir volles Programm und haben mit der Gruppe alle Verkehrsmittel getestet: Bus, U-Bahn, Rischka und Tuktuk. Alt-Delhi ist unglaublich, in seinen kleinen Gassen gibt es so viele Menschen, Laeden, Farben, Gerueche. Und Delhi ist eine sehr spirituelle Stadt: verschiedenste Religionen kommen hier zusammen. Gestern war ich in einem Hindu- und Baha-Tempel, heute haben wir die Freitagsmoschee und einen Sikh-Tempel besichtigt. Mittags war ich mit den Londoner Maedels essen- unser Restaurant war ein echter Glueckstreffer: Billig, lecker, ruhig und sauber. Nachmittags haben wir uns zu viert durch eine Markthalle gekaempft - mit der Zeit wurde das "hello missis, look look" etwas nervig. So sind die anderen zum Baha-Tempel aufgebrochen und ich alleine weiter zum Red Fort. Hier ist es wohl etwas sehr aussergewoehnliches Eurpaerin, Frau oder gar alleine unterwegs zu sein... man wird vor allem von Maennern entsprechend angegafft, angemacht oder mit dummen Bemerkungen (die ich zum Glueck nicht verstehe) beworfen. Bin wohl mit der Zeit recht schroff und arrogant geworden - einen angeblichen Studenten, der erst meinte, er wolle sein Englisch aufbessern und uns dann in einen Laden schleppen wollte, habe ich ziemlich deutlich abgewiesen (was die Australierinnen ein bisschen unfreundlich fanden). Nachher gehen wir noch mit der Gruppe essen und morgen geht es schon um sechs Uhr morgens weiter - help...

Namaste!

Es ist sehr einfach, sich hier durchzuschlagen, alle reden sehr gut Englisch. Allerdings mit einem etwas gewoehnungsbeduerftigen Akzent... So werden Woerter anders betont, Silben verschluckt oder einfach alles ohne Pause zusammengehaengt. Nach fuenfmaligem Nachfragen wird die Aussprache mit jedem Mal "britischer" - so entwickelt sich aus dem `brick` dann `break` `brek` bis hin zu `bread`... Was mir allerdings auch nicht wirklich weiterhilft, denn ich habe keine Ahnung, welches Brot ich aus der Riesenvielfalt nehmen soll. Bzw. Tee...Heute habe ich mir einen Fahrer vom Hotel genommen, der mich zu den wichtigsten Sehenswuerdigkeiten gebracht hat. Delhi erinnert mich an Bangkok, aber mit seinen islamischen Bauten auch an iranische Staedte wie Isfahan oder Shiraz. Ich liebe diese Architektur aus dem 12.-16. Jh. und habe stundenlang alte Moscheen und Tempel angesehen und fotografiert. Der ganze Tag inklusive Chauffeur kostete nur CHF 15 - ein Wahnsinnspreis, der sich aber erklaeren laesst: Die Fahrer erhalten Provision, wenn sie Gaeste in Teppich- und aehnliche Laeden fahren... Den ersten "Shop" habe ich unbeschaded hinter mich gebracht. Der zweite war ein Familienbetrieb - mehr oder weniger in der Privatwohnung. Nachdem ich ca 1/2 Stunde lang probiert habe, zu erklaeren, dass ich lieber KEINEN Teppich kaufen moechte, haben sie mich ueberredet, einen Schal zu kaufen. Ich konnte diesen zwar um die Haelfte runterhandeln, bin aber im Nachhinein der Meinung, dass ich immernoch doppelt so viel gezahlt habe, wieviel er wert ist. Der Fahrer war ganz begeistert von meinem Kauf und hat mich gleich zum naechsten Kaufhaus gebracht. Er: "It`s a very intersting, famous shop, shall I bring you there?" Ich: "No thank you" Worauf er vor dem Shop anhielt, mich hineinkomplimentierte und mir zuzwinkerte "Just look, just 15 minutes". Daraufhin rannte ich ohne nach links und rechts zu blicken durch das Kaufhaus, ignorierte Verkaeufer, die probierten, mir nachzurennen und stand nach knapp 2 Minuten wieder vor dem Auto. Der Fahrer war ein bisschen verbluefft, liess sich aber nicht abhalten, mich kurz darauf vor dem naechsten Shop abzuladen: "You have to see this, this is real India..." Nun gut, so speedete ich durch diesen Shop und konnte einen Schmuckverkaeufer mit einem speziellen Wunsch abwimmeln: Ich wollte UNBEDINGT AUSSCHLIESSLICH Lapislazuli - davon hatten sie nur eine wirklich haessliche Kette, sogare der Verkaeufer verstand, dass ich diese nicht nehmen wollte. Ein Erfolgserlebnis, welches mich nach der Niederlage von vorher wieder ein bisschen aufbaute... Heute abend waren wir mit der Gruppe essen. Sehr nette Leute, wie es scheint, ich bin die einzige Nicht-Australierin bzw. Englaenderin. Ein Paerchen um die 50, ein Paerchen in den 30ern, 3 Maedels in den 20ern und 3 Jungs knapp 20. Davon ein Filmstar, hat in "About a boy" mitgespielt.

Von Muenchen nach Delhi

Gleich beim Einsteigen merkt man, dass Quatar Airways eine reiche arabische Fluggesellschaft ist: Neueste Flugzeuge, 3 Menues und ca. 80 Filme zur Auswahl. Nur nuetzt das nicht viel, wenn die Maschine wegen technischer Probleme trotzdem 1 Stunde Verspaetung hat, und der im Sitz eingebaute Fernseher nicht geht... Schliesslich ging es dann aber los und ich hatte einen reibungslosen Flug mit 4 Stunden Aufenthalt in Doha, Quatar. An diesem Flughafen kommen Menschen aus allen Laendern und Kulturen zusammen, man sieht Scheiche, Afrikaner, Araber und Asiaten in ihren traditionellen Kostuemen. Ein buntes Schauspiel und es macht Spass, einfach nur die Leute zu beobachten. In Delhi wurde ich dann abgeholt und zum Hotel gebracht. Den Tag ueber habe ich ausgiebig geschlafen und mich noch nicht so richtig aus dem Hotel getraut. Man wird halt schon ziemlich angestarrt... Morgen werde ich mir wohl einen Fahrer nehmen und mich zu den Sehenswuerdigkeiten karren lassen. Morgen abend beginnt dann auch die "offizielle" Intrepid Reise - ich bin schon gespannt auf die Gruppe. Und jetzt geht es mal etwas essen - im Gegensatz zu Suedamerika werde ich hier keine Probleme haben, vegetarisches Essen zu finden - im Hotel werden weder Fleisch noch Alkohol serviert...

Vorbereitungen

... und die Reise geht weiter ...Nach kurzem Zwischenstop im Wallis und in München fliege ich am Sonntag nach Delhi. Mal sehen, ob es in Indien auch so einfach ist, "online" zu gehen. Vielen Dank für das Rieseninteresse an unserem letzten Blog - es war immer schön, die aktuellen News aus Europa zu hören und die positven Rückmeldungen haben uns motiviert, den Südamerikablog mehr oder weniger aktuell zu halten. So werde ich versuchen, Euch auch weiterhin auf dem Laufenden zu halten.

Jaipur

Hmmm, getjealous verlangt Geld von mir, so gibt es halt einen neuen Blog....